Irgendwann mal

Der Krankenhausalltag geht weiter.
Gewusel.
Geklapper.
Ich laufe die vertrauten Gänge entlang.
Fühle mich allein.
Ich bin traurig.
Eine Mitarbeiterin fragt mich, wie ich das aushalten konnte.
Das Dabeisein.
Beim Sterben.
In meiner besonderen Situation.
Die Pirateneltern und der kleine Pirat sind mir sehr ans Herz gewachsen.
Wir sind Freunde geworden.
Es heißt ja, dass es Freundschaft heißt, weil man mit Freunden alles schafft.
Ich habe die kleine Familie gerne begleitet.
Bin glücklich, dass ich dazu beitragen konnte, dass die Zeit hier nicht nur scheiße in Erinnerung bleibt.
Heute habe ich noch die kleinen Hand- und Fußabdrücke kopiert und „verbastelt“.
Mein Kind und ich haben uns Geschichten ausgedacht, was die kleinen Jungs im Himmel wohl anstellen….
Mein Kind ist auch traurig.
Und stark.
Traurig, weil der Pirat im Himmel ist.
Stark, weil uns das Sterben keine Angst macht.
Es ist schrecklich.
Keine Frage.
Die schlimmste Arschkarte von Allen.
Aber wir haben keine Angst.
Nicht jetzt.
Mein Kind stellt mir viele Fragen.
Zu dem Piraten und seinen Eltern.
Mein Kind weiß, dass der Pirat jetzt auf sie aufpasst.
Und dann sagt mein Kind:
„Gut, dass ich nicht sterben muss. Na, nicht jetzt. Irgendwann mal. Aber wir müssen ja alle mal sterben.“
Ich sage:
„Ja. Du bekommst dein neues Herz und dann gehen wir nach Hause.“
Ich bin wahnsinnig stolz auf mein Kind.