Durst

Mein Kind ist großartig.
Ich bin wahnsinnig stolz.
Dieses Kraftbündel.
Sitzt.
Steht.
Läuft ein paar Schritte.
Wenn ich nicht dabei wäre, ich könnte es kaum glauben.
Das Ziel vor Augen, werden die Zähne zusammengebissen.
Wahnsinn.
Und dann, zwischendrin kommen die Tränchen.
„Ich will nach Hause,“ sagt mein Kind.
„Ich auch,“ sage ich.
„Jetzt sind wir unserem Ziel näher als jemals zuvor.“

Und dann ist da dieser unbändige Durst.
„Bitte Mama, nur einen Tropfen noch.“
Es bricht mir das Herz.
Der ganze Tag scheint sich nur noch um das Trinken zu drehen.
Und um das Ablenken, damit mein Kind nicht permanent daran denkt.

Viele Medikamente sind reduziert.
Einige schon in Tablettenform umgestellt.
In kleinen Schritten bewegen wir uns in Richtung Kinderstation.
Nach oben.
Das Ziel fest vor Augen.