Vielleicht

Wenn diese Schlacht geschlagen ist, wird Nichts mehr sein wie es mal war.
Egal wie es ausgeht.
Ich werde nicht mehr so sein wie ich war.
Mein Kind wird nicht mehr so sein.
Und noch schlimmer.
Vielleicht verliere ich mein Kind.
Ich setze mich damit auseinander, dass das möglicherweise passiert.
Eine Freundin, die ich hier kennengelernt habe und die eins ihrer Kinder verloren hat schreibt mir:
„Das ist totale Scheiße.
Stell es dir ganz, ganz schlimm vor und das ist nur ein Bruchteil dessen, wie furchtbar das ist.“
Ich kann es mir nicht vorstellen.
Und ich will es nicht.
Es tut zu weh.
Wie halte ich diese Situation aus?
Ich werde das oft gefragt.
Ich freue mich, mein Kind zu sehen.
Jeden Tag.
Jeden Tag, den wir zusammen haben, machen wir zu dem Schönsten den wir haben können.
So machen wir es seit 18 Monaten.
Es ist nicht immer leicht.
Wahrlich nicht.
Und dennoch ist es nicht unmöglich.
Schwer ist es, Gedanken zu haben, die undenkbar sein sollten.
Zu hoffen, dass die Dialyse beendet werden kann und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit mit jedem Tag an dem die Nieren nicht arbeiten kleiner wird.
Wie der Verlauf der Sepsis sein wird…
Was mache ich also?
Ich genieße die Zeit.
Sauge den Duft meines Kindes auf.
Beobachte wie es schläft.
Das Kuscheln mit mir genießt.
Studiere jeden Zentimeter des kleinen Körpers.
Das tut mir gut.
Und wer weiß?
Vielleicht springen die Nieren an.
Ganz unmöglich ist es nicht.
Vielleicht besiegen wir die Sepsis.
Ganz unmöglich ist es nicht.
Am Ende wir vielleicht Alles gut.
Ich wünsche es mir.